Vom königlichen Jagdhaus zum Wirtshaus im Herzen Neuhausens
Das Gasthaus Jagdschlössl blickt auf über 140 Jahre Wirtshausgeschichte zurück. Dank der Geschichtswerkstatt Neuhausen e.V. und Recherchen im Stadtarchiv München lässt sich die bewegte Vergangenheit des denkmalgeschützten Gebäudes bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen.
Ein Stück Münchner Geschichte
Bereits 1875 wurde die „Gaststätte zum Jagdschloss“ erstmals erwähnt – benannt nach dem damaligen Jagdschloss, das sich bis 1945 gegenüber des heutigen Gasthauses befand. Seither wurde das Wirtshaus von zahlreichen Wirtsfamilien geführt und prägte das Viertel über Generationen hinweg.
1887
Franz X. Krausenecker übernimmt die Gaststätte unter der Brauerei Pschorr.
1893
Übergang an Meinrad und Anna Hörbrand.
1919
Leitung durch Rosa Ferst und Familie Ludwig.
1938
Der Wirtsgarten erhält seine heutige Größe.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude vom Roten Kreuz genutzt und 1945 vollständig zerstört. Auch das prachtvolle, 1598 errichtete Jagdschloss von Johann Gailkirchner fiel den Bomben zum Opfer.
Neuanfang nach dem Krieg
Ab 1947 entstand an gleicher Stelle der bis heute bestehende Bau – schlicht, aber voller Geschichte. In den 1960er Jahren führte der ehemalige Fußballer Fritz Herdin das Lokal.
Seit dem 1. März 1991 wird das Jagdschlössl von Hans und Monika Stadtmüller mit viel Herzblut betrieben. Unter der Augustiner Brauerei entwickelte sich das Haus zum beliebten Treffpunkt im Viertel – bekannt für Augustiner Holzfassbier, ehrliche bayerische Küche und eine unverwechselbare Atmosphäre.
Bilder aus Neuhausen (Rotkreuzplatz) mit freundlicher Genehmigung der Geschichtswerkstatt Neuhausen e.V.
Heute ist das Jagdschlössl München weit mehr als ein Wirtshaus: Es ist ein Stück Neuhauser Identität. Ob im Sommer im Biergarten oder im Winter in den gemütlichen Stuben – hier spürt man Geschichte, gelebte Nachbarschaft und echte Münchner Wirtshauskultur.